Wie man Parkett schleifen und renovieren kann

Wenn Kratzer, Laufspuren und Flecken den Holzboden unansehnlich machen, wird es Zeit für eine Generalüberholung. Was rund um das Thema Parkett schleifen wichtig ist und wie man Parkett färben kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wann sollte man Parkett schleifen?

Auch wenn Sie Ihren Parkett oder Dielenboden gut pflegen, ist ein Abschleifen früher oder später notwendig. Je nach Holzqualität, Oberfläche und Beanspruchung dauert es etwa 10 bis 15 Jahre bis Sie den Parkettboden erstmals abschleifen sollten.

Wie oft kann man Parkett abschleifen?

Bei einem Schleifvorgang werden etwa 0,5 bis 1 Millimeter weggenommen. Wie oft man Parkett schleifen kann, ist daher abhängig von der Nutzschicht. Die Nutzschicht ist eine dünne Holzschicht, die bei mehrschichtig aufgebauten Fertigparkett die oberste Schicht bildet. Die Nutzschicht bezeichnet daher jenen Teil des Parketts, der tatsächlich in Nutzung ist.

1. Fertigparkett schleifen
Moderne Fertigparkette haben meistens eine Nutzschicht von 2,5 bis 6 mm. Da 2 mm als Mindeststärke der Nutzschicht gelten, sollte das Fertigparkett, um überhaupt abgeschliffen werden zu können, eine Nutzschichtstärke von mindestens 3 bis 4 mm haben. Das bedeutet, dass Fertigparkett in der Regel ein- bis zweimal geschliffen werden kann. Danach muss man über einen neuen Bodenbelag nachdenken. Bei einer Nutzschicht von lediglich 1 bis 2,5 mm handelt es sich um einen Furnierboden, der sich nicht abschleifen lässt.

2. Massivparkett schleifen
Massivparkett bzw. Massivholzdielen lassen sich mehrere Male aufarbeiten, da sie aus einem massiven Holzstück bestehen und nicht wirklich eine Nutzschicht haben. Je nach Holzdicke kann zwischen vier bis acht Mal geschliffen werden. Alte massive Parkettböden mit einer Dicke von 1 bis 1,5 cm lassen sich entsprechend öfter schleifen.

Foto: Fischgrät-Parkett vor und nach der Renovierung © Tischlerdienst Winkler
Foto: Fischgrät-Parkett vor und nach der Renovierung © Tischlerdienst Winkler

Grobschliff, Zwischenschliff, Feinschliff

Das Abschleifen von Parkett ist nicht nur mit viel Mühe und Schmutz verbunden, es erfordert auch einiges an Know-how. Der Holzboden soll schließlich wieder richtig gut aussehen – ohne Schleifspuren und Macken.

  1. Vorbereitung: Zum Abschleifen des Parketts muss der Raum gut vorbereitet sein. Dazu gehört, dass alle Möbelstücke möglichst ausgeräumt, die Fußleisten abmontiert und die Türöffnungen mit Folie abgeklebt werden.

  2. Reinigung: Vor dem Schleifen muss der Parkettboden gründlich gereinigt werden, denn kleine Steinchen oder ähnliches können beim Abschleifen Rillen erzeugen.

  3. Grobschliff: Der erste Schleifgang dient dazu, alte Lackschichten bzw. Wachs- oder Ölreste sowie Verschmutzungen vom Holzboden zu entfernen. Danach muss der Holzboden erneut gründlich gereinigt werden.

  4. Zwischenschliff: Der zweite Schleifgang entfernt die Schleifspuren des vorangegangenen Grobschliffs sowie andere Unebenheiten. Je nach Zustand und Abnutzung des Bodens können mehrere Durchgänge erforderlich sein. Für das Abschleifen der Ränder und Ecken werden kleinere Handschleifmaschinen verwendet. Im Anschluss werden schadhafte Stellen im Parkett ausgebessert und der Holzboden gereinigt.

  5. Feinschliff: Erst durch den Feinschliff erhält der Boden wieder eine glatte Oberfläche. Abschließend wird der Boden wieder gereinigt.

  6. Lackieren oder ölen: Im letzten Arbeitsschritt wird der Boden mittels Lack, Öl oder Wachs versiegelt. Das Wachsen ist allerdings in der Regel keine eigenständig Holzbehandlung, sondern wird als zusätzliche Schutzschicht nach dem Ölen aufgebracht.
Foto: Der Lärchenboden wurde geschliffen und im Anschluss geölt © Tischlerdienst Winkler
Foto: Der Lärchenboden wurde geschliffen und im Anschluss geölt © Tischlerdienst Winkler

Parkett färben

Eine andere Möglichkeit Holzböden zu renovieren, ist das Einfärben. Mit einem speziellem Farböl können Parkett oder Dielen kreativ in verschiedene Braun-, Grau- und Weißtönen gestaltet und dem persönlichen Einrichtungsstil angepasst werden.

Das Einfärben ist allerdings ein anspruchsvoller und aufwendiger Prozess. Dabei geht es zum einen um die richtige Mischung der Farbpigmente, zum anderen um die sorgfältige Schleifung des Bodens. Letzteres ist deshalb wichtig, weil selbst kleinste Schleiffehler nach dem Färben deutlich sichtbar sind.

  1. Der Holzboden muss zunächst grob, mittelfein und fein geschliffen werden.
  2. Anschließend wird das Farböl aufgetragen.
  3. Nach einer Einwirkzeit von 1 bis 2 Stunden zieht man das überflüssige Öl wieder ab und poliert den Boden.
  4. In kleinerem Ausmaß wird das Einölen, Abziehen und Abpolieren nochmals wiederholt.
  5. Nach zwei Tagen wird der Boden dann nochmals aufpoliert.

Durch diesen Vorgang entsteht eine sehr schöne stumpfmatte Oberfläche in der gewünschten Farbe. Wer möchte, kann das Parkett nach dem Einfärben auch versiegeln lassen.

Foto: Der 70er-Jahre Parkettboden einer Kundin wurde hier mit einem taubengrauen Farböl eingefärbt © Tischlerdienst Winkler
Foto: Der Lärchenboden wurde geschliffen und im Anschluss geölt © Tischlerdienst Winkler

Parkett abschleifen Kosten

Grundsätzlich kann man sagen: Zweimal schleifen ist einmal neu kaufen. Die Kosten liegen meist bei rund 50 Euro/m2. Es kann weniger werden, wenn größere Flächen zu bearbeiten sind, z.B. im Zuge einer Gesamtkoordination bei umfangreicheren Sanierungsarbeiten. Wenn die Flächen sehr verwinkelt oder sehr aufwendig zu bearbeiten sind, kann es auch ein wenig teurer werden.

Natürlich gibt es auf dem Markt auch günstigere Angebote. Das bestimmende Preis-Element ist der Arbeitsaufwand, der beim Schleifen von Holzböden betrieben wird. Wird weniger Aufwand betrieben, ist das natürlich kostengünstiger - man sieht das dann aber auch am Ergebnis (Schleifspuren, etc.).

Fazit: Dielen und Parkett renovieren

Die Renovierung von Dielen- oder Parkettböden lohnt sich finanziell, als auch optisch. Sowohl das Schleifen als auch das Färben von Holzböden erfordert allerdings Geschick und Erfahrung. Denn das Führen von Schleifmaschinen ist nicht so einfach, wie es vielleicht auf den ersten Blick aussieht. Der ungeübte Laie kann dadurch schnell Schleiffehler verursachen. Oft sehen wir die Ergebnisse solcher Experimente selbst vor Ort.

Sollten Sie über einen neuen Holzboden nachdenken, lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag Welche Bodenbeläge gibt es und welche Vor- und Nachteile haben sie?


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